Museumshof

Zur Entstehung und zur Konzeption des Museums Wustrow

Persönliche Neigung, eigensinnige Suche und unermüdliches Zusammentragen ließen schon immer Sammlungen und Museen entstehen. Auch das Museum Wustrow wuchs aus solcher Wurzel.

Das Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen und die heimatliche Verbundenheit mit Wustrow gaben dem Ehepaar Dr. Rolf Meyer und Elke Meyer-Hoos den Anstoß, Materialien zur Geschichte der Stadt Wustrow und ihrer Umgebung zu sammeln. Sie begannen 1971 mit alten Fotografien, die sie in thematischen Gruppierungen bei öffentlichen Veranstaltungen zeigten. Dokumente sowie Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände aller Art kamen hinzu.

Durch dieses „Wustrow-Archiv“ wurde die Aufmerksamkeit anderer Bürger der Stadt und ehemaliger Wustrower geweckt. Viele von ihnen beteiligten sich mit ständig wachsendem Interesse und Erfolg an der Sicherung historischer Zeugnisse. Anfang Februar 1977 gründeten Wustrower Bürger den Museumsverein Wustrow e.V.

Die Sammlung wurde im Vereinsgründungsjahr anlässlich der 600-Jahr-Feier der Stadt Wustrow für eine Ausstellung im alten Spritzenhaus aufbereitet. Das Spritzenhaus erwies sich als zu klein, deshalb wurde das ZIERAUsche Ladenhaus angemietet und im Mai 1979 mit einer ersten musealen Präsentation der gesammelten Exponate eröffnet.

Die Ausstellungen jener ersten Jahre zogen überraschend viele Besucher an und ergaben regelmäßige Kontakte mit den Vertretern des Heimatkundlichen Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg und der Nachbarmuseen. Der Blick der Wustrower weitete sich vom lokalhistorischen Interesse am Städtchen Wustrow hin zu zeitgeschichtlichem Geschehen in der Region. Mit der Gründung des Museumsverbundes Lüchow-Dannenberg im Jahre 1980 fielen dem jungen Gründungsmitglied „Museumsverein Wustrow“ damit folgende Aufgabengebiete zu:

– Geschichte der Region Lüchow-Dannenberg seit 1800,

– Dokumentation der Verbindungen zwischen Wendland und Altmark,

– Geschichte der Stadt Wustrow und ihrer Umgebung.

Um 1980/81 zeigte sich, dass auch das genutzte Ladengebäude zu klein war, und Vorstand und Mitglieder begaben sich auf die Suche nach einem „richtigen“ Museumsgebäude. Die besondere Museumsidee − Zeitgeschichte und Alltagskultur einer Region − und die praktische und moralische Mithilfe der Öffentlichkeit und der für die kulturelle Entwicklung verantwortlichen Personen verhalfen dem Museumsverein 1981 zu einem eigenen Haus. Der Bund, das Land Niedersachsen, der Landkreis, die Samtgemeinde Lüchow und die Stadt Wustrow ermöglichten mit großzügigen Zuwendungen, der Verein mit eigenen, aus Spenden und Beiträgen ersparten Mitteln, den Ankauf und Ausbau des Wustrower Bürgerhauses in der Langen Straße Nr. 9. Dass ein Verein nicht nur Eigentümer der Sammlungen und Träger des Museums ist, sondern auch Eigentümer des Museumshauses mit allen Rechten und Pflichten, galt damals als Modellfall in der Region.

Nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten wurde das Museum Wustrow im Mai 1984 durch den Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Johann-Tönjes Cassens, eröffnet.