Spuren des 1. Weltkrieges im Landkreis Lüchow-Dannenberg (1986)

Ausstellung, Publikation, Videofilm (kann ausgeliehen werden in der Kreisbildstelle Lüchow) und Unterrichtsmaterialien, 1987

Diese Ausstellung über eine auf dem Lande erlebte Kriegszeit soll die Augen öffnen für die selbstzerstörerische Wirkung von „Vorkrieg“ (ein Begriff von Christa Wolf aus „Kassandra“): wie der Erziehung zum Krieg, zur „Wehrhaftigkeit“, zum Hass, zum Aufbau von Feindbildern… der bleibenden Verherrlichung von Kriegen in Denkmälern…, der Abwehr von Informationen, von politischer Verantwortung des Einzelnen, von Angst durch Aussparen der Realität.

Im Herbst 1914 bricht der erste Weltkrieg aus. Fünf Jahre wütet dieser Krieg, fordert 9,5 Millionen Menschenleben. Ein kleines Mädchen aus Wustrow, bei Kriegsbeginn gerade neun Jahre alt, glaubt, dass der Krieg woanders stattfindet – in Flandern, an der Westfront, aber nicht an der Elbe, im Hannoverschen Wendland. Siebzig Jahre später erzählen Frau E., das kleine Mädchen, und andere Wendländer der Lehrerin Elke Meyer-Hoos von ihren Erinnerungen. Diese Erzählungen waren Ausgangs- und Mittelpunkt einer Ausstellung im Museum Wustrow. Die Mitglieder des Museumsvereins machten sich auf die Suche nach den „Spuren des 1. Weltkrieges im Landkreis Lüchow-Dannenberg“. Eine Spurensammlung des Alltags ist dabei herausgekommen und eine kritische Dokumentation.

Mahnung an die Daheimgebliebenen:

Ins Feld, um Weib und Heim zu verteidigen! Tapferkeit und Opfermut der “Frauen an der Heimatfront” – ein in Kriegszeiten geläufiger Begriff – wollen die Ausstellungsmacher nicht heorisieren. Sie stellen vielmehr die unbequeme Frage nach der Mittäterschaft von Frauen im Krieg.