Die Ausstellungen März 2014 bis Oktober 2014:

Ausstellung zum 1. Weltkrieg im Museum Wustrow:

Kiesel-001

Richard Kiesel

Der Beginn des Ersten Weltkriegs liegt 100 Jahre zurück. Aus diesem Anlass zeigt das Museum Wustrow die Ausstellung: „Richard Kiesel – einer von Millionen Toten“.
Der 20jährige Richard Kiesel fiel im Februar 1915 in Frankreich. Er wurde nach einer im Krieg eher seltenen Überführung im November 1915 in Wustrow mit militärischen Ehren beerdigt. Das Museum Wustrow hatte schon vor vielen Jahren dessen ausrangierten Grabstein als Sammlungsgut bekommen. Vor kurzem erhielt das Museum eine Mappe mit zahlreichen bisher unbekannten Fotos und Dokumenten zum Leben und Sterben des Richard Kiesel. Diese Unterlagen bilden den Hauptteil der neuen Wustrower Ausstellung, in der es auch um Gedenk- und Erinnerungskultur für die Weltkriegs-Toten aus Lüchow-Dannenberg geht. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg wird es drei Museumsausstellungen zum 1. Weltkrieg geben; nach Wustrow folgen später Clenze und Dannenberg.
Die Wustrower Schau wird am Freitag, dem 5. September, um 19 Uhr eröffnet. (Weitere Infos unter Tel.: 05843-429).

Weitere neue Ausstellung im Museum Wustrow:
„Arbeitsplatz Gaststättensaal – der Tanzlehrer Heinrich Janiesch“

Portraet_Janiesch_I-001

Tanzlehrer Heinrich Janiesch in jungen Jahren

Am Sonntag, 7. September, 11 Uhr, wird eine Ausstellung über das Wirken des Tanzlehrers Heinrich Janiesch im Museum Wustrow eröffnet. Janiesch, 1889 in Penkefitz geboren, zog jahrzehntelang mit seiner Fiedel über die Dörfer Lüchow-Dannenbergs und hielt ab 1910 Tanzkurse in den Sälen hiesiger Gaststätten ab. Überwiegend Kinder und Jugendliche waren es, denen er Wiener Walzer und Foxtrott sowie erste Umgangsformen beibrachte. Die Gruppenfotos davon stellen eine zeitgeschichtliche Dokumentation der jugendlichen Bevölkerungsschicht dar, für die es eine gesellschaftliche Verpflichtung war, tanzen zu lernen. Ganz nebenbei zeigen die Fotos das breite Spektrum wendländischer Gaststätten.
Ein Nachkomme des ursprünglichen Kapell-Musikers Janiesch hat Torsten Schoepe, dem Initiator und Leiter des Wendland-Archivs, rund 200 Fotos von Teilnehmern der Kurse von 1930 bis 1969, Kriegsjahre ausgenommen, zur Verfügung gestellt. Auf rd. 30 großformatigen Tafeln und in einem ausliegenden Fotobuch werden zahlreiche Aufnahmen aus Dutzenden Dörfern, sozusagen von Billerbeck bis Waddeweitz und von Dünsche bis Zernien präsentiert und Informationen vermittelt. Darüber hinaus erhielt Schoepe umfangreiches lebensgeschichtliches Material zu Janiesch, etwa über dessen Kriegszeit von 1914 bis 1918 als Militärmusiker, das ebenfalls in der Ausstellung berücksichtigt wird. Die Foto-Schau soll Dorfgemeinschaften, Ortsvereine und ehemalige Tanzschüler und Tanzschülerinnen und deren Nachkommen anregen, bekannte Gesichter (wieder) zu erkennen und von alten Tanzstunden-Geschichten zu schwärmen oder diese in sich aufzunehmen.

Der Enkel Ludwig Janiesch und der Ausstellungsmacher Torsten Schoepe werden bei der Präsentation anwesend sein.

Billerbeck_1952_I-001

Wer ist wer? Tanzstunde in Billerbeck im Jahre 1952: die jungen Damen in feinen weißen Kleidern und mit Blumensträußchen, die jungen Herren teils adrett gekleidet, teils salopp in kurzen Hosen und mit Hosenträgern. Rechts mit Fliege Heinrich Janiesch.

Vorschau:

In den nächsten Jahren kommen die Ausstellungen “Eisenbahnzeit im Wendland” und “100 Jahre Handel, Gewerbe und Hausgeschichten in Wustrow” zur Wirtschaftsgeschichte kleiner Orte. Daran arbeiten die Eisenbahn-AG und die Wustrow-AG.

Feld-Loren-Einsatz im Wendland

Haus des Viehhändlers Hermann Lühmann, Fehlstraße