Auf Spurensuche nach dem “Tod”: Ausstellung und Veranstaltungsreihe der 12 Museen des Wendlandes

Mustergrab

Ausstellung im Museum Wustrow vom 8. April 2004 bis Ende November 2004

Der erste Raum heißt „Auf der Suche nach dem Tod“, gleichsam eine Aufforderung an den Besucher, nachzuvollziehen, wo sich „TOD“ im Landkreis Lüchow-Dannenberg zeigt. Natürlich auf dem Friedhof, natürlich an den Straßenrändern, wo schlichte Kreuze vom schlimmen schnellen Vergehen eines Menschen künden. Aber auch an den Windschutzscheiben unserer Autos treffen wir IHN – dort, wo wir gedankenlos Massen von toten Fliegen, Motten, Mücken und ähnlichem Getier abkratzen. In fast jedem größeren Dorf steht ein Kriegerdenkmal, ausführlich wird mit Namen, Sterbedatum und Ort den Gefallenen des 1. Weltkrieges gedacht, ihre Schicksalsgenossen des zweiten Völkerringens bekamen oft nur einen pauschalierten Dank des Vaterlandes.

Den Tod „suchen“, heißt nach Spuren suchen. Das wiederum setzt die Existenz von Spuren voraus – wo ist die Spur des hingerichteten Zwangsarbeiters, wo die Spur des beim alliierten Angriff auf Dannenberg zerfetzten Flüchtlingskörpers?

Mustergrab

Von Anbeginn befasst sich das Museum Wustrow mit dem Tod in regionaler Ausprägung. Ob „Spuren des 1. Weltkriegs“, ob „Eisenbahnzeit“, ob „Flüchtlingszeit“, ob „NS-Zeit“ – in Ausstellungen und Begleitpublikationen spielte der Tod immer eine Rolle. Ein historischer Leichenwagen wurde vor Jahr und Tag „an Land gezogen“, es wurden Sargtragen gesammelt und hin und wieder Tod-bezogene Beiträge in der Regional-Zeitung veröffentlicht. Dann kam die Idee, zusammen mit dem Westwendischen Kunstverein, sich dem Thema in seiner Gänze zu widmen.

Der Museumsverbund schloss sich an, weitere Kooperationspartner sorgen mit dafür, dass in diesem Jahre 2004 ein vielfältiges Programm angeboten wird. Ein ausführlicher Veranstaltungskalender zu „… mitten wir im Leben …“ ist Anfang April zu haben.

Das Museum Wustrow belässt es nicht bei der zentralen Ausstellung „Tod im Wendland“. In Kooperation mit der AG Steinmetz + Gärtner und der ev.-luth. Kirchengemeinde werden bis in den November hinein Mustergräber mit saisonalen Bepflanzungen und interessanten (Grab-)Steinen auf dem Wustrower Friedhof zu besichtigen sein. „Friedhofstage“ Ende September

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und die Herbsttagung des Heimatkundlichen Arbeitskreises Ende Oktober finden in Wustrow statt; daneben gibt es kleinere Ausstellungen in der alten Friedhofskapelle und Begleitveranstaltungen wie Vorträge und regionale Friedhofstouren. Wie bei allen großen Ausstellungen ist auch dieses Mal an die Herausgabe einer Dokumentation gedacht. Wer darüber mehr wissen will, schaue sich aufmerksam im Raum 6 der Wustrower Ausstellung um. Der Raum heißt: „Tod, Zahl und Buchstabe“.

Nähere Informationen:

Museum Wustrow
Lange Strasse 9,
Tel.: 05843-429 und 244; Fax: 05843-9994
rha.meyer@t-online.de