Die Familien Siegmund und Willi Mansfeld, jüdische Bürger Lüchows, erhielten mit Ihrer Unterstützung Gedenksteine (Stolpersteine) in der Kalandstraße 5, ihrem letzten Wohnsitz. Zehn Angehörige der Mansfelds wurden zwischen 1941 und 1945 durch die Nationalsozialisten deportiert und ermordet:

SIEGMUND MANSFELD, JG. 1869, DEPORTIERT 1942, THERESIENSTADT, ERMORDET 11.4.1943
JOHANNA MANSFELD, JG. 1870, DEPORTIERT 1942, THERESIENSTADT, ERMORDET 14.4.1944
WILLI MANSFELD, JG. 1877, DEPORTIERT 1941, RIGA, ERMORDET
KAROLINE MANSFELD, JG. 1882, DEPORTIERT 1941, RIGA, ERMORDET
ELISABETH MANSFELD, JG. 1920, DEPORTIERT 1941, RIGA, ERMORDET
OTTILIE MANSFELD, JG. 1900, DEPORTIERT 1941, RIGA, ERMORDET
HEINZ MANSFELD, JG. 1937, DEPORTIERT 1941, RIGA, ERMORDET
ELLI MANSFELD, JG. 1906, DEPORTIERT 1942, GHETTO BELZYCE, ERMORDET
WALTER MANSFELD, JG. 1910, DEPORTIERT 1941, RIGA-KAISERWALD, STUTTHOF,
BUCHENWALD 1944, TODESMARSCH 1945, ERMORDET
URSULA MANSFELD, JG. 1914, DEPORTIERT 1941, RIGA, ERMORDET

 

Bild_Stolpersteine

Stolpersteinverlegung durch Günter Demnig (www.stolpersteine.com)

Der Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Samtgemeinde Lüchow (Wendland) und an die Freunde des Museums Wustrow für die Verlegung der Stolpersteine zu spenden, hatte großen Erfolg!

Die Steine konnten am 6. März 2015 verlegt werden. Die Summe, die zusammenkam, reichte auch für den Druck einer Broschüre, die frei verteilt wurde.

Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender!

Elke Meyer-Hoos

 

 

 

Gegen das Vergessen – Stolpersteine zur Erinnerung

Stolpersteinverlegung in Lüchow und Dannenberg am 6. März 2015

In Lüchow lebte die jüdische Großfamilie Mansfeld. Zehn Familienmitglieder wurden 1941 und 1942 deportiert, sie kamen in der Shoah um. Auf Initiative von Elke Meyer-Hoos vom Museum Wustrow wurden am 6. März 2015 Stolpersteine in der Kalandstrasse 5 am Turm, an den das frühere Mansfeldsche Wohnhaus angrenzt, durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.

Am gleichen Tag wurden in Dannenberg auf einstimmigen Beschluss des Rates der Stadt Dannenberg Stolpersteine für die Familie Ernst Wolff vor dem Haus Marschtorstraße 4 und für die Familie Dr. Otto Friedländer in der Bahnhofstraße 3 verlegt. Beide Familien verließen auf nationalsozialistischen Druck hin ihre Heimatstadt.

Die Stolpersteinverlegung für jüdische Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung im Landkreis Lüchow-Dannenberg war schon längst reif und gewollt. Vorphasen hat es gegeben: Eine Gedenktafel am Turm der St. Johannis-Kirche in Lüchow und Erinnerungs-Stelen in Dannenberg vor dem Archiv der Stadt. Elke Meyer-Hoos recherchierte zu allen drei Familien, Ergebnisse hat sie in dem vom Museum Wustrow herausgebrachten Buch „Das Hakenkreuz im Saatfeld“, erschienen in der 2. Auflage 2013, und im Band 16/17 „Hannoversches Wendland“, 2012, niedergelegt. Neue Erkenntnisse trug sie bei der Verlegung der Steine in Lüchow und Dannenberg vor.

In Dannenberg übernahm die Stadt die Kosten der Verlegung; in Lüchow wurde im November 2014 ein Spendenaufruf gestartet. Elke Meyer-Hoos setzte darauf, dass sich auf diese Weise Paten  für die Stolpersteine finden würden. Sie war beeindruckt, wie viele Menschen aus dem gesamten Landkreis dazu bereit waren, die Aktion finanziell zu unterstützen und somit den früheren jüdischen Bürgern Lüchows zu gedenken. Zusätzlich konnte so noch eine Broschüre über das Schicksal dieser Verfolgten beider Städte erscheinen, die Ende März 2015 im Museum Wustrow, der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) und der Stadt Dannenberg (Elbe) auslag.